Lebenslauf schreiben: Aufbau & Tipps für Einzigartigkeit

Das wars mit der Schule oder dem Studium. Du bist raus. Frei. Doch jetzt stehst du wahrscheinlich vor einer neuen Herausforderung: Du musst dich um einen ersten Job bewerben. Online gibt es massenhaft kostenlose Lebenslauf-Vorlagen, die du als Vorlage verwenden kannst. Doch egal, wie gut sie aussehen mögen, eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind wahrscheinlich um einiges länger als dein eigener. Denn du hast noch keine oder nur wenig Arbeitserfahrungen, die du anführen könntest. Doch keine Angst, denn in diesem Artikel werden wir dir nicht nur zeigen, was unbedingt in deinen Lebenslauf gehört, sondern auch ein paar Wege vorstellen, mit denen du ihn ganz einfach aufpeppen kannst.

Lebenslauf schreiben: Aufbau & Tipps

Einführung: Erfolgreiche Lebensläufe

Die Personaler*innen, die deine Bewerbung plus Lebenslauf sehen, wissen, dass du noch jung bist. Vor allem, wenn du dich sofort nach der Schule auf eine Stelle bewirbst, ist es also nicht tragisch, wenn du nicht wirklich viele andere Stationen in deinen Lebenslauf schreiben und Berufserfahrung vorweisen kannst. Denk immer daran, dass du in den meisten Fällen ja auch noch ein Motivationsschreiben bzw. ein Anschreiben mitschickst, mit dem du von dir überzeugen kannst.

Dabei ist es oft verlockend, ein paar Kleinigkeiten dazu zu dichten, wenn der Lebenslauf wirklich nur aus einer Aufzählung deiner Schulen besteht. Aber diesen Fehler solltest du auf gar keinen Fall begehen! Lügen kommen immer ans Licht, spätestens wenn du beim Bewerbungsgespräch danach gefragt wirst oder die erdachten Kenntnisse dann schlichtweg fehlen. Wenn sowas aufkommt, musst du damit rechnen, dass das Bewerbungsgespräch sofort zu Ende ist.


Lücken im Lebenslauf? Steh dazu!

Zwar sind für manche Personaler*innen Lücken im Lebenslauf nach wie vor ein großes Thema, in der Regel wird damit mittlerweile aber immer lockerer umgegangen. Klar schaut es besser aus, wenn der Inhalt deines ausführlichen Lebenslaufs nahtlos einen (guten) Beruf nach dem anderen aufweist aber das Leben spielt nicht immer nach Plan. Wir raten dir aber jedenfalls, zu deinen Lücken zu stehen – vielleicht wolltest du nach der Schule, dem Studium oder zwischen einzelnen Berufen einfach mal persönliche Erfahrungen sammeln und z.B. verreisen? Aber auch Zeiten der Arbeitslosigkeit lassen sich in der Regel gut begründen – bleib einfach ehrlich und erkläre, warum du arbeitslos war. Lücken könntest du übrigens auch gleich im Anschreiben bzw. Motivationsschreiben erklären - das könnte insbesondere bei längeren Zeiträumen Sinn machen, damit du nicht gleich auf dem "Ablehnungsstapel" landest.


Was muss in deinen Lebenslauf?

Wie der Name schon verrät, wollen Personaler*innen als Inhalt des Lebenslaufs einen kurzen, gut gegliederten Überblick deines bisherigen beruflichen Lebens erhalten, um anhand dessen zu entscheiden, inwieweit deine Erfahrungen zu der ausgeschriebenen Stelle passen. Eine genauere Beschreibung mit den wichtigsten Punkten, warum gerade du perfekt für den Job bist, ist hingegen bereits im Anschreiben vorhanden. Deinen Lebenslauf kannst du meist in folgende zwei Punkte gliedern:

Beruflicher Werdegang

Schreibe hier auf, von wann bis wann (nur Monat und Jahr) du in welchem Beruf tätig warst (auch Praktika/Ferialjobs). Dabei empfiehlt es sich, dass du zuerst die jeweilige Jobbezeichnung anführst, dann den*die Arbeitgeber*in und darunter kurz auf deine wichtigsten Tätigkeiten eingehst - sprich du erstellst einen tabellarischen Lebenslauf (da in Tabellenform).

Als kurzes Beispiel:

08/2014 – 01/2019:

Social-Media-Managerin

Muster Marketing Südtirol, Straße 1, Bozen


  • Führung eines Teams aus 4 Mitarbeiter*innen
  • Konzeption von Social-Media-Strategien für verschiedene Unternehmen
  • Entwurf/Veröffentlichung/Bewerbung von Content
  • Analyse von Kampagnen

Tipp: Wenn du aber bereits in mehreren Berufen gearbeitet hast, ist es ausreichend, wenn du nur bei für die Bewerbung relevanten Berufe die Tätigkeiten anführst.

Alles in allem erhalten die Personaler*innen mit einem derartigen, tabellarischen Lebenslauf aber gleich einen sehr guten Überblick, in welchen Bereichen du gearbeitet hast und wie genau deine Aufgaben dabei aussahen.

Bildungsweg

Hier listest du auf, welche Bildung du absolviert hast – sprich hier werden deine besuchten Schulen, mögliche Studiengänge, Kurse usw. gelistet. Dabei kannst du ähnlich obigem Beispiel auch direkt Schwerpunkte beschreiben, die du in deiner Schule bzw. während eines Studiums belegt hast und für den Beruf relevant sein könnten. Wenn du dich direkt nach Schulabschluss um eine Stelle bewirbst, kannst du hier auch deinen kompletten schulischen Werdegang auflisten – hast du aber z.B. zusätzlich ein Studium absolviert (oder auch schon mehr Berufserfahrung), reicht es, wenn du nur die höchsten Abschlüsse anführst, da es die Personaler*innen eher wenig interessieren wird, welche Grundschule du z.B. besucht hast.


Was kann in deinen Lebenslauf?

Dein Lebenslauf ist dir mit obigen Punkten zu langweilig oder es fehlt an ausreichend Berufserfahrung, die du anführen könntest? Mit folgenden zusätzlichen Angaben zeigen wir dir, wie du ihn aufpeppen und dadurch überzeugen kannst:

Besondere Kenntnisse

Hast du ein besonderes Talent, das dir bei dieser Stelle helfen könnte? Dann verschweig das doch nicht! Egal, ob du mal eine passende Fortbildung gemacht hast, dir selbst programmieren beigebracht hast oder neben Englisch und Deutsch auch noch Russisch kannst. Wenn du denkst, dass dir das im Beruf helfen kann, dann schreib das auf jeden Fall auch in deinen Lebenslauf.

Ehrenamt

Du gibst gratis Nachhilfe für deine Mitschüler*innen oder hilfst im Tierheim aus? Oder du warst Schulsprecher oder Mitglied der ÖH? Dein soziales Engagement solltest du auf jeden Fall im Lebenslauf erwähnen. So zeigst du, dass du dich für Dinge einsetzt, die dir wichtig sind. Und natürlich kann auch ein Ehrenamt der Punkt in deinem Lebenslauf sein, der dich von allen anderen Bewerbern*innen abhebt und dann dafür sorgt, dass du den Job bekommst.

Praktika, Ferienjobs und Nebenverdienste

Du hast neben dem Studium ein Praktikum absolviert? Oder immer in den Ferien im Laden deiner Eltern mitgearbeitet? Oder an den Wochenenden gegen ein Taschengeld Zeitungen ausgetragen? Auch das kannst und solltest du im Lebenslauf anbringen. Immerhin sind auch solche kleinen und kurzfristigen Anstellungen Arbeitserfahrung. Und ja, auch unbezahlte Praktika gehören in deinen Lebenslauf – diese untermauern schließlich deine Praxiserfahrung im jeweiligen Bereich.

Auslandsaufenthalte und ihr Nutzen

Willst du beweisen, dass du Französisch wirklich so gut kannst, wie du im Lebenslauf schreibst? Dann ergänze deinen Lebenslauf doch noch um einen entsprechenden Sprachkurs oder Auslandsaufenthalt im jeweiligen Land. Genauso interessant sind Projekte, an denen du im Ausland mitgearbeitet hast oder zum Beispiel ein Auslandssemester während des Studiums.

Relevante Hobbys und Interessen

Natürlich passt nicht jedes Hobby zu jeder Bewerbung. Wenn du dich auf eine Lehre als Koch*Köchin bewirbst, ist es egal, ob du Mitglied einer Band bist oder eben nicht. Wenn deine Bewerbung aber an ein Fachgeschäft für Musikinstrumente geht, dann kann dir dieser Hintergrund einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern*innen verschaffen. Gleiches gilt für deine Interessen. Wenn du im Lebenslauf schreibst, dass du dich für Kinos und Filme interessierst, ist das bei einer Ausbildung in der Bank wohl ziemlich uninteressant. Aber wenn du dich in einer Medienagentur bewirbst, kann dir das einen entscheidenden Vorteil verschaffen.


Das perfekte Design für deine Bewerbungsunterlagen

Lebenslauf schreiben - das perfekte Design für die Bewerbungsunterlagen

Nicht nur beim Inhalt, auch bei der grafischen Gestaltung eines modernen Lebenslaufs solltest du ein paar Punkte beachten. Dabei empfiehlt es sich immer, einen tabellarischen Lebenslauf zu erstellen, da dieser für die nötige Übersichtlichkeit sorgt. Zudem verlangen ohnehin die meisten Arbeitgeber*innen einen tabellarischen Lebenslauf. Die nächste wichtige Frage ist, um welchen Beruf du dich bewirbst – während du einen Lebenslauf für eine Bewerbung bei der Bank recht schlicht/professionell halten solltest, kannst du dich bei kreativen Berufen mehr ausleben beziehungsweise wird das fast schon vorausgesetzt: Wenn du dich als Grafikdesigner*in bewirbst und mit einem 08/15-Tabellenlebenslauf antanzt, wird diene Bewerbung schnell beiseitegelegt – zeig gleich in deinen Bewerbungsunterlagen, was du kannst und sorge für ein optisch ansprechendes Design!

Tipp: Online oder auch direkt in Word findest du unter "Vorlage Lebenslauf" dutzende Beispiele, die dir als Inspiration dienen können oder gar nur mehr der Inhalt eingefügt werden muss!

Wenn du schon in unterschiedlichen Bereichen tätig warst und dich um eine neue Stelle bewirbst, kannst du optisch auch jene Berufe hervorheben, die für die neue Tätigkeit besonders interessant sind. Dadurch sieht der*die Personaler*in sofort deine Erfahrungen in ähnlichen Berufen (das sind auch meist jene Berufe, die du bereits direkt im Anschreiben erwähnst) und lässt sich nicht von anderen Jobs ablenken.


Rechtliche Rahmenbedingungen

Gibt es Dinge, die du anführen musst und was passiert, wenn du beim Lügen erwischt wirst? Theoretisch basieren alle Angaben in deinem Lebenslauf auf absolut freiwilliger Basis – dieser soll künftigen Arbeitgeber*innen ja nur dazu dienen, dein Können einzuschätzen. Persönliche Daten wie Familienstand, Alter, Religionsbekenntnis usw. musst du also nicht in den Lebenslauf schreiben. Über diese persönlichen Daten musst du theoretisch auch im Bewerbungsgespräch keinerlei Angaben machen, da sie Privatsache sind und in der Regel kein Zusammenhang mit dem Job besteht. Schul- bzw. Studienabschlüsse, Staatsangehörigkeit, Arbeitserlaubnis und Ähnliches könnten jedoch Punkte sein, die erforderlich sind, um überhaupt im jeweiligen Beruf – dies wäre dann aber ohnehin zusätzlich mit den zugehörigen Dokumenten nachzuweisen. Und übrigens: Deinen Lebenslauf musst du auch nicht unterschreiben.

Und wie war das mit dem Lügen?

Wie oben schon erwähnt, raten immer davon ab, Lügen in den Lebenslauf zu schreiben, um diesen zu „frisieren“ – verboten ist es aber nicht. Nur werden die Lügen über kurz oder lang mit ziemlicher Sicherheit ans Licht kommen. Aber Achtung: Bei allen Angaben, die mittels Dokumente (Abschlüsse, einzelne Noten, Staatsangehörigkeit etc.) überprüft werden können, solltest du keinesfalls lügen. Hier müsstest du schließlich Dokumentenfälschung begehen, um deine Lügen zu bestätigen, was wiederum ganz klar strafbar wäre!

Aber auch wenn es um zusätzliche Kenntnisse wie z.B. Fremdsprachen, EDV-Kenntnisse usw. geht, empfehlen wir, ehrlich zu bleiben – zwar könntest du hier leicht flunkern aber es lässt sich auch genauso leicht feststellen, ob du tatsächlich über die angegebenen Fähigkeiten verfügst.


Checkliste Lebenslauf

Um das alles übersichtlich zusammenzufassen, haben wir nachfolgenden eine kleine Checkliste, worauf du beim Schreiben eines guten Lebenslaufs achten solltest, damit auch alle relevanten Informationen enthalten sind:

Was muss/kann rein?

  • Name, etwaige Titel (ggf. Anschrift und Kontaktmöglichkeiten)
  • Berufsweg mit Jobbezeichnung und ggf. genaueren Tätigkeitsfeldern
  • Bildungsweg mit Abschlüssen und ggf. Schwerpunkten
  • Weitere Kenntnisse (Sprachen, EDV, Führerschein etc.)
  • Interessen/Hobbys nur, falls für Job relevant

Lebenslauf-Layout

  • Tabellarischer Lebenslauf für Übersichtlichkeit
  • Am einfachsten als Word-Datei erstellen
  • Beginnend mit letzten Job/letzter Ausbildung (also zeitlich absteigend)
  • Einheitliche Schriftarten und -größen verwenden
  • Je nach Job einfacheres oder auffälligeres Design
  • Durchschnittlich 1-2 Seiten, jedoch maximal 3!
  • Bei Online-Bewerbung NUR als PDF-Datei versenden

Und nochmals: Ehrlich bleiben.


UNSER FAZIT FÜR DICH

Wir hoffen, dass wir dir ein paar hilfreiche Tipps für die Erstellung deines Lebenslaufes zur Hand geben konnten. Zusammengefasst ist es wichtig, dass du dabei alle relevanten Berufserfahrungen und Bildungsabschlüsse erwähnst, alles so übersichtlich wie möglich gestaltest (tabellarischer Lebenslauf) und dabei auch immer ehrlich bleibst. Wenn es dir an Berufserfahrung fehlt, kannst du zudem auch häufig mit zusätzlichen Angaben wie weiteren Kenntnissen, ehrenamtlichem Engagement oder sogar mit eigenen (zum Beruf passenden) Interessen/Hobbys punkten. Du möchtest deinen neuen, professionellen Lebenslauf gleich testen? Dann auf zu unseren Stellenangeboten!

Wir wünschen dir viel Erfolg beim Schreiben des Lebenslaufs, deinen Bewerbungen und dem Start deiner ganz persönlichen Karriere!

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