Was macht ein*e Imker*in?

Imker*innen züchten Bienenvölker und kümmern sich um deren Betreuung, um dadurch insbesondere Honig- sowie Wachsprodukte zu gewinnen. Neben der Aufzucht, Beobachtung der Honigbienen und spezieller Fütterung sind auch handwerkliche Arbeiten erforderlich, um z.B. Bienenkörbe herzustellen bzw. zu reparieren oder auch um Honig / Wachs / andere Produkte aus den Stöcken zu gewinnen. Darüber hinaus sind Imker*innen in der Regel auch für den Verkauf der gewonnen Produkte (wie z.B. Honig) verantwortlich und müssen dabei auf alle rechtlichen Grundlagen achten.

Was macht ein*e Imker*in?

Berufsbild Imker*in

Imker*innen arbeiten häufig in landwirtschaftlichen (Familien-) Betrieben mit zusätzlicher Imkerei, um dabei insbesondere Honig und Wachs herzustellen. Damit angehende Imker*innen die nötigen Kenntnisse erwerben, stehen aber auch bestimmte Aus- und Weiterbildungsangebote zur Verfügung (siehe weiter unten). Darüber hinaus sollten zukünftige Imker*innen insbesondere die Bereitschaft zur Arbeit im Freien, Handgeschicklichkeit, Beobachtungsgabe (Kontrolle der Honigbienen, Erkennung von Krankheiten innerhalb des Volks usw.) sowie großes Interesse an Bienen, Honig, Insekten und der Umwelt allgemein mitbringen.


Exkurs Bienensterben

Wie du in den letzten Jahren bestimmt schon öfters gelesen hast, sterben weltweit immer mehr Bienen. Ursachen dafür sind insbesondere Pestizide, Parasiten/Krankheiten, der Klimawandel, landwirtschaftliche Monokulturen und die fortlaufende Minimierung des natürlichen Lebensraums von Wildbienen durch den Mensch. Dabei sind besonders Wildbienen vom Bienensterben betroffen, während die Population an gezüchteten Honigbienen langsam wieder ansteigt, da es immer mehr Imker*innen gibt, die z.B. auch im urbanen Raum Bienenvölker züchten und im Bienenstock auf dem Dach eines Hochhauses halten.

Warum ist das Bienensterben für uns Menschen gefährdend?

Nicht nur Tierschützer*innen und Imker*innen sorgen sich um das Wohl der Wild- sowie Honigbienen – wenig verwunderlich, übernehmen sie doch einen wichtigen Part in unserem Ökosystem: Bienen sorgen bei ihrer „Futtersuche“ (wie auch andere Insekten) für die Bestäubung verschiedener Pflanzen. Ohne diese Bestäubung würden die meisten Pflanzen weniger oder gar keine Blüten bzw. Früchte tragen. Wenn nun also wegen den beschriebenen Ursachen immer mehr Bienen (und/oder andere Insekten) sterben, könnte das auch recht schnell zum Problem für die Nahrungsmittelproduktion werden, da die meisten „Nutzpflanzen“ auf ebendiese Bestäubung angewiesen sind. Ein fortschreitendes Bienensterben trifft also nicht "nur" die Produktion von Honig, sondern kann zu weltweiten Engpässen führen.

Wie kann ich selbst dem Bienensterben entgegenwirken?

Zwar müssen insbesondere auf politischer Ebene (z.B. Verbot von für Insekten / Bienen schädlichen Pestiziden, Maßnahmen gegen Klimawandel, gezielte Forschung gegen Parasiten usw.) und in größeren (landwirtschaftlichen) Betrieben (z.B. Verzicht auf Spritzmittel bzw. natürliche / für Insekten unschädliche Alternativen verwenden etc.) Schritte gesetzt werden, um das Bienensterben aufzuhalten - aber auch privat kann jeder einzelne Mensch einen kleinen Teil zum Wohl der Wildbienen und Honigbienen beitragen.

Dabei können beispielsweise „Bienenhotels“ helfen, dass Wildbienen wieder mehr Lebensraum zum Nisten haben oder der Verzicht auf schädliche Pestizide (Spritzmittel, Streumittel etc.) im privaten Bereich Bienen vor Erkrankungen schützen. Ebenso ist beim Kauf von Pflanzen in Baumärkten / im Blumenhandel Vorsicht geboten: Überprüfe hier genau, ob die Setzlinge bereits bei der Anzucht mit Pestiziden oder anderen für Insekten schädliche Mitteln behandelt wurden – diese könnten für Wildbienen und Honigbienen (und andere Insekten / Tiere) schädlich sein, auch wenn du sie selbst nach dem Einsetzen nicht mehr mit diesen Mitteln behandelst. Manche Geschäfte bieten auch bereits "bienenfreundliche Pflanzen" an. Mit dem setzen solcher Pflanzen haben auch Wildbienen wieder eine größere Chance, abseits von landwirtschaftlichen Monokulturen ausreichend Futter zu finden.

Und last but not least: Informiere dich so viel wie möglich! Online findest du schnell viele weitere Tipps, wie du selbst deinen Teil beitragen kannst, um die Bienen zu schützen. Auch wenn du beispielsweise hobbymäßig einen Bienenstock mit eigenem Volk halten willst, solltest du unbedingt eine diesbezügliche Aus- bzw. Weiterbildung absolvieren, um keinen Schaden anzurichten. Andernfalls könnten dein Bienenvolk z.B. durch nicht rechtzeitiges Einschreiten eine unerkannte Krankheit verbreiten und demnach noch mehr zum Bienensterben beitragen.

Aber nun wieder zurück zum eigentlichen Berufsbild:


Die Aufgaben von Imker*innen

  • Zucht von Honigbienen
  • Betreuung des jeweiligen Volks
  • Ggf. Verkauf der Völker
  • Genaue Beobachtung des jeweiligen Volks (z.B. um Krankheiten zu erkennen)
  • Herstellung / Reparatur von Bienenstöcken / -körben
  • Honig / Wachs / Gelee Royal / Propolis usw. aus den Bienenwaben gewinnen
  • Produkte korrekt abfüllen/verpacken und ggf. verkaufen
  • Vorbereitung der Bienenvölker für die Überwinterung
  • Usw.


Die Ausbildung, Berufsaussichten und Karrierechancen

Wie bereits kurz erwähnt, stehen mehrere Ausbildungswege für den Beruf des*der Imker*in zur Verfügung. Einerseits wird teilweise direkt in Imkereien ausgebildet, andererseits bieten auch unterschiedliche (private) Bildungsträger Aus- und Weiterbildungskurse an. Auch bei Schul- oder Studiengängen im landwirtschaftlichen Bereich besteht teilweise die Möglichkeit, bestimmte Module im Bereich der Bienenkunde / Imkerei zu absolvieren.
 
In Südtirol wurde zudem extra eine Imkerschule gebildet, um ein fundiertes Aus- und Weiterbildungsprogramm an gleich drei Standorten anbieten zu können. Währen der modularen Ausbildung an der Imkerschule werden alle nötigen Kenntnisse gelehrt und dabei Themen wie z.B. Königinnenzucht, Honig, Bienenwachs, andere Produkte, betriebswirtschaftliche Aspekte usw. behandelt. Durch den Abschluss dieser Module werden die angehenden Imker*innen bestens auf ihre künftige Aufgaben rund um ihr Bienenvolk vorbereitet.

Auf dem Arbeitsmarkt können Imker*innen insbesondere mit einer fundierten Ausbildung und/oder Berufserfahrung punkten. Viele wagen aber auch den Schritt in die Selbständigkeit, um das Hobby zum Beruf zu machen – dabei kann nach ausführlicher Marktanalyse durchaus die eigene Kariere mit einer Imkerei gestartet werden.

 

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