Ehrenamtliche Tätigkeit

Gassi gehen mit Hunden aus dem Tierheim, Ausschenken von Suppe an Obdachlose an einem kalten Winterabend und gemeinsames Brettspielen mit älteren Leuten im Altersheim. Das ist es, an das man wohl als erstes denkt, wenn man „Ehrenamt“ hört. Aber was genau sind die Tätigkeiten bei uns? Und könnte es auch etwas für dich sein?

Ehrenamtliche Tätigkeit

Was bedeutet das Ehrenamt?

Unter ehrenamtlich arbeiten versteht man die Verrichtung einer gemeinnützige Aufgabe. Wichtig dabei ist, dass die Tätigkeit freiwillig passiert und man dafür nicht mit Geld bezahlt wird. Ein Ehrenamt kann entweder einmalig sein, wie zum Beispiel eine Spendensammlung für ein Sozialprojekt, oder regelmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg, indem man zum Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr beitritt. Die Art der Arbeit, die man als Ehrenamtliche*r erledigt, ist dabei ganz unterschiedlich: Das beginnt mit dem Sammeln von Spenden und geht über das Ausschenken von Suppe für Obdachlose, Besuchsdienste im Altersheim oder dem Betreuen einer Website für einen Verein, bis hin zur Mitarbeit beim Roten Kreuz oder bei der Feuerwehr. Ich persönlich habe bisher in Schulbüchereien gearbeitet, in einem Flüchtlingsheim mit zwei Kleinkindern Deutsch gelernt, in einer Volksschule als Lesepatin gearbeitet, in der Stadtbibliothek Vorlesestunden gehalten und Bücher sortiert, bei einer Ausstellung von „Ärzte ohne Grenzen“ die Besucher gezählt, einen Langzeiteinsatz in der Slowakei absolviert und als Mentorin gearbeitet. Möglichkeiten gibt es also Tausende!


Was gibt es bei einem Ehrenamt zu beachten?

Bevor man sich aber entschließt, ehrenamtlich zu arbeiten, muss man einiges beachten.
Da wäre zum Beispiel der Zeitaufwand! Hast du Zeit, um neben der Arbeit auch noch als Freiwillige*r mitzuhelfen? Und wenn ja, wie viel? Leg am besten von Anfang an fest, wie viel Zeit du überhaupt investieren kannst und wie viel du zu investieren bereit bist! Ehrenamtliche Mitarbeit ist eine tolle Sache, aber es nützt niemandem was, wenn du dich selbst überforderst, weil keine Zeit mehr für deine Freizeit übrigbleibt.


Versicherung – ja oder nein?

Es gibt Tätigkeiten, bei denen du auch als Ehrenamtlicher versichert bist, bei anderen wiederum nicht. Klär das auf jeden Fall ab, bevor du mit der Arbeit beginnst! Oft kann es sehr beruhigend sein, zu wissen, dass man Unfall- und Haftpflichtversichert ist, gerade wenn man Verletzungen nicht zu hundert Prozent ausschließen kann. Und das ist eigentlich fast immer der Fall. Immerhin kann man selbst in einer Bücherei nie ausschließen, dass man nicht über einen Stapel Bücher stolpert und sich dabei verletzt!


Eine gute Informationsgrundlage ist essenziell – bereite dich gut vor!

Eines der wichtigsten Dinge, die du vorab erledigen solltest, ist es, dich zu informieren! Frag nach, was der Verein oder die Einrichtung, bei der du arbeiten willst, denn genau macht und was deine Aufgaben sind. Es kann auch hilfreich sein, nach einer fixen Ansprechperson zu verlangen, an die man sich bei Problemen wenden kann. Und ganz wichtig ist auch, dass du den Mut hast, auch mal „Nein“ zu sagen, wenn irgendwas nicht passen sollte. Denn wenn du deine Aufgaben nur halbherzig erledigst, weil die Aufgaben ganz anders sind, als in deiner Vorstellung, dann bringt das weder dir noch der Einrichtung einen Mehrwert.

Mach dir außerdem bitte bewusst, welche Schwierigkeiten sich ergeben könnten. Natürlich kann es sein, dass du während deiner gesamten Karriere als Freiwillige*r nie ein Problem haben wirst – wahrscheinlich ist das aber nicht. Die möglichen Probleme sehen in jedem Projekt anders aus. Wenn du mit einem Team ein Jugendzentrum renovierst, kann es sein, dass du die anderen Teammitglieder nicht magst. Wenn du ehrenamtlich Nachhilfe gibst, kann es sein, dass deine Schüler eigentlich gar keine Lust auf dich haben. Wenn du Spenden sammelst, kann es sein, dass es genau an dem Tag, an dem du dran bist, stark regnet. Wenn du in einem Flüchtlingsheim arbeitest, wirst du vielleicht mit Menschen konfrontiert, die Dinge erlebt haben, die du dir nicht mal vorstellen willst. Was man damit sagen möchte: Probleme können die Arbeit erschweren, machen es aber nicht unmöglich.

Wichtig ist auch, dass du dich für dein Ehrenamt nicht in Unkosten stürzen solltest. Im besten Fall bedeutet eine ehrenamtliche Stelle keinen finanziellen Aufwand. Bitte lass dir außerdem alles an deinem Einsatz schriftlich bestätigen. Bevor du zu arbeiten beginnst, frag nach einem schriftlichen Vertrag, in dem genau geregelt ist, was deine Aufgaben sind. Und wenn du einen Einsatz abgeschlossen hast, dann lass ihn dir auf jeden Fall schriftlich bestätigen, damit du bei deiner nächsten Bewerbung gleich mit deinem sozialen Engagement glänzen kannst.


Ein Ehrenamt bereichert die eigene Persönlichkeit

Dass Ehrenamtliche ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Vereine und Organisationen sind, ist wohl jedem klar. Aber wusstest du, dass ein Ehrenamt auch dir als Freiwillige*r guttut? Zuerst sind da auf jeden Fall die gesundheitlichen Aspekte: Ehrenamtliches Arbeiten hilft dir dabei, gesund zu bleiben und länger zu leben. Du tust etwas Sinnvolles und das spürst du auch – und das kann dabei helfen psychische Erkrankungen wie Depressionen zu vermeiden. Auch für deine Karriere kann die Arbeit als Ehrenamtliche*r von Vorteil sein. 

An erster Stelle wäre da wohl das Networking, das du bei deinem Einsatz betreibst. Gerade, wenn du im sozialen Bereich arbeiten willst, kannst du diese neuen Kontakte für die Zukunft nutzen. Auch für deine persönliche Weiterbildung kann die Arbeit als Ehrenamtlicher nützlich sein. Zum Beispiel kann es passieren, dass du zu Schulungen eingeladen wirst. Außerdem sorgt ehrenamtliche Arbeit dafür, dass du dich bei Bewerbungen von anderen abhebst. Dein Lebenslauf wird individueller und sticht ins Auge. Damit fällst du Arbeitgebern eher auf und du erhöhst deine Chance, zu einem Gespräch eingeladen zu werden.

UNSER FAZIT FÜR DICH

Gleich Lust, dich nach einer spannenden Stelle umzusehen? Dann mach das doch! Wenn du schon eine besondere Einrichtung im Hinterkopf hast, dann frag direkt dort nach, ob sie nicht etwas Hilfe gebrauchen könnten. Wenn es eine Website gibt, wird häufig auch schon dort direkt darauf hingewiesen, an wen sich Interessierte wenden können. Auf deren Websiten findest du offene Stellen und die Ansprechpartner*innen für die verschiedenen Regionen!

Blogbeitrag von Laura Pellizzari

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