Englische Jobtitel - verständlich erklärt

Jobtitel sind oft verwirrend, vor allem, wenn sie in Englisch verfasst sind und dabei ungewöhnliche Bezeichnungen verwenden. Südtirolerjobs.it bringt Licht ins Dunkel und erklärt sowohl englische Jobbezeichnungen als auch die hierarchische Einordnung in das Unternehmen.

Englische Jobtitel bei der Arbeitssuche

Die Jobsuche ist häufig schon kompliziert genug. Unternehmen müssen recherchiert, Bewerbungsunterlagen auf Hochglanz gebracht und Ansprechpersonen herausgefunden werden. Beim Durchforsten der Stellenangebote eröffnen sich bei englischen oder weniger geläufigen Jobbezeichnungen noch ganz andere Fragen. Gerade in großen internationalen Konzernen werden internationale Bezeichnungen verwendet, die uns als Deutsch- oder Italienischsprachige ratlos machen. Licht ins Stellenbezeichnungs-Dunkel bringen wir mit der Erklärung einiger geläufiger Bezeichnungen von Positionen und Hierarchieebenen. Somit weißt du, was hinter den englischen Bezeichnungen steckt und kannst abwägen, ob deine Qualifikation und Berufserfahrung zur ausgeschriebenen Stelle passt.


Die Hierarchieebenen

Damit wird unterschieden, wie viel Berufserfahrung die neuen Mitarbeiter*innen mitbringen sollen. Lass dich aber nicht entmutigen, wenn du laut Definition weder in die eine noch in die andere Kategorie passt, sondern stelle deine Kenntnisse und Fähigkeiten in den Vordergrund. Die genaue Einordnung und die Dauer, für die du in der Einarbeitung möglicherweise in der niedrigeren Ebene eingestuft wirst, wird im persönlichen Gespräch verhandelt.

Junior bzw. Senior

Oftmals haben Stelleninserate einen Zusatz wie Junior Consultant oder Senior Controller. Das Junior bzw. Senior beziehen sich dabei auf die Berufserfahrung, die ein*e Kandidat*in mitbringen soll. Unter Junior versteht man eine Position für Einsteiger mit einer Berufserfahrung von 1-3 Jahren. Steigt man in die nächsthöhere Stufe auf, dann fällt der Zusatz  "Junior" einfach weg. Der Senior kann nicht nur mehr Jahre an Erfahrung im Job vorweisen als der*die Kolleg*in ohne Präfix im Jobtitel, sondern bekleidet auch eine höhere Position - ist also z.B. Team- oder Gruppenleiter*in.

Der Unterschied zwischen Junior und Senior liegt also in der Erfahrung bzw. Verantwortung und ist nicht primär auf das Alter zurückzuführen. Natürlich kommt es im Arbeitsalltag häufig vor, dass der Senior auch älter ist. Quereinsteiger*innen aus anderen Branchen können aber auch im fortgeschrittenen Alter als Junior einsteigen und haben jüngere Kolleg*innen als Vorgesetzte. Generell kann der Zusatz Senior oder Junior bei allen nachfolgenden Bezeichnungen hinzugefügt werden und definiert das Karrierelevel noch genauer.

Associate

Als Associate wird eine Fachkraft bzw. ein*e Spezialist*in für bestimmte Aufgaben bezeichnet. Sie oder er gehört nicht zum Management, sondern ist eine Stufe darunter angesiedelt.

Manager und Head of

Die Position des Managers (m/w) ist vergleichbar mit der Position des*r Abteilungsleiter*in. Ihr oder ihm ist eine gewisse Anzahl von Mitarbeiter*innen unterstellt. Aufgabenbereiche und Arbeitsinhalte werden durch den*die Manager*in festgelegt und überwacht. Zum Beispiel ist ein Manager Customer Marketing (Manager Kunden Marketing) für das gesamte Business to Consumer Marketing (B2C = Endkunden-/Konsumentengeschäft) verantwortlich.

Hierarchisch über dem Manager steht der Head of. Der Head of Marketing, um beim Beispiel zu bleiben, ist dann verantwortlich für das gesamte Marketing des Unternehmens. Die Person in dieser Position hat neben Personalverantwortung auch Finanzverantwortung.

Director

Der Director steht oberhalb der Managementebene und zeichnet sich für einen kompletten Geschäftsbereich, wie z.B. dem Sales Department, verantwortlich. Alle weiteren Manager*innen sind ihm unterstellt. Ihm oder ihr berichtet in unserem Beispiel der Head of Sales.

Vice-President

Noch vor dem CEO kommt der Vice-President. Hier ist aber nicht der Vizepräsident eines Unternehmens gemeint, sondern ein*e Ressortleiter*in. Da die Bezeichnung gerade in deutschsprachigen Ländern sehr verwirrend ist, wird diese Position auch als Leader Business Unit bezeichnet. In dieser Position bist du für ein gesamtes Ressort verantwortlich und berichtest direkt an die Geschäftsleitung.

Chief/CEO

Der Chief Executive Officer, häufig einfach als CEO abgekürzt, ist vergleichbar mit dem*der zeichnungsberechtigten Geschäftsführer*in einer GmbH, der*dem Vorstandsvorsitzende*n, der Stelle Generaldirektor*in oder Präsident*in einer AG. Er oder sie steht an der Spitze des Unternehmens und leitet die operativen Geschäfte. Daneben gibt es noch z.B. den Chief Financial Officer (CFO) oder Chief Operating Officer (COO), welche an den CEO berichten. Je nachdem wie das Unternehmen aufgebaut ist, kann es für jeden Bereich einen eigenen Chief geben.


Englische Stellentitel kurz erklärt

Sind die Hierarchiebenen klar, ist das Rätsel um manche Jobbezeichnung allerdings noch nicht gelöst. Weitere englische Stellentitel sind im deutschsprachigen Bereich noch nicht ganz geläufig und schrecken Kandidat*innen von einer Bewerbung ab. Für mehr Klarheit bei der Jobsuche sorgen nachfolgende Beispiele und Erklärungen.

Trainee

Der Trend in der Arbeitswelt geht dahin, dass Jungakademiker*innen nicht mehr sofort eine Fixanstellung bekommen, sondern sich zuerst einmal als Trainee beweisen dürfen. Als Vorteile nennen Unternehmen, dass im Zuge der Nachwuchskräfteförderung und Talententwicklung ein Trainee die unterschiedlichsten Abteilungen eines Unternehmens durchläuft und möglichst viele Eindrücke sammeln kann. Traineeprogramme können von wenigen Monaten bis zu zwei Jahren dauern. Als Trainee steht man besonders unter Beobachtung und muss daher ständig Vollgas im Job geben, profitiert dabei aber von den vielen Einblicken in das Unternehmen und von einem strukturierten Einarbeitungsprogramm. Traineestellen sind im Optimalfall gut begleitet und gecoacht und es werden regelmäßig Feedbackgespräche geführt. Eine Jobgarantie nach Beendigung des Trainee-Programms gibt es allerdings nicht. Bei positiver Absolvierung des Traineeprogramms wirst du anschließend aber gerne in die Führungsebene des Unternehmens aufgenommen und bekommst rasch Verantwortung.

Key Account Manager

Ein Key Account Manager ist nichts anderes als ein*e Betreuer*in wichtiger Kunden, sogenannten Schlüsselkunden. Dabei handelt es sich meistens um Großabnehmer wie große Handelsketten oder Zulieferer. In dieser Position bist du erste*r Ansprechpartner*in für alle Anfragen deiner Key Accounts und sorgst dafür, dass diese dem Unternehmen treu bleiben. Wichtig dabei sind Verhandlungsgeschick und eine langfristige, partnerschaftliche Beziehung zu deinen Kunden.

Sales Manager

Beim Sales Manager handelt es sich um die Verkaufsleitung. Der Verantwortungsbereich reicht von der Festlegung von Verkaufsquoten und –zielen bis hin zu Marketingmaßnahmen für das gesamte Verkaufsgebiet. In der Position des Sales Managers hast du auch Personalverantwortung. Eine Stufe darunter ist der Area Manager, manchmal auch als Rayons Manager bezeichnet. Als Gebietsleiter*in bearbeitest du dabei einen kleineren, regionalen Bereich.

Product Manager

Die Aufgaben eines Product Manager gehen von der Planung, Entwicklung, Produktion über die Vermarktung und Platzierung bis hin zum Ausscheiden des Produktes aus dem Markt. Ein Product Manager kann organisatorisch zum Marketing Team, aber auch zur F&E (Forschung und Entwicklung) gehören. Je nach Schwerpunkt und Branche ist als Product Manager eine technische oder kaufmännische Ausbildung gefragt. Die Kombination aus beidem ist besonders beliebt bei Personalverantwortlichen.

Call Center Agent

Unter dem Begriff Call Center Agent lassen sich kommunikative Jobs per Telefon zusammenfassen. Darunter fallen der klassische Kundenservice aber auch der Telefonverkauf für Kaltkundenakquise. Als Call Center Agent Inbound bist du zuständig für Kundenanfragen und Kundenservice, während der Call Center Agent Outbound im klassischer Telefonverkauf tätig ist.

Freelancer

Freelancer sind freie Mitarbeiter*innen. Sie haben keine Festanstellung, sondern sind selbstständig und arbeiten projektbezogen bei Unternehmen als ihren Auftraggebern mit. Freelancer findet man häufig im Journalismus. Ziehst du eine Arbeit als Freelancer in Betracht, informiere dich am besten bei einem*r Steuerberater*in über Abrechnung und Risiken deiner freiberuflichen Tätigkeit.

Human Ressource Manager

Oftmals liest man nur die Abkürzung HR Manager. Das HR steht für Human Ressource. Gemeint ist damit die Mitarbeit in der Personalabteilung. Sämtliche Agenden wie Personalentwicklung, Personalplanung und das Recruiting gehören zu den Aufgabenbereichen eines HR Managers. Unter HR Business Partner versteht man die beratende Position der HR Mitarbeiter*innen für die Geschäftsleitung. Je nach Größe des Personalwesens im Unternehmen werden Spezialgebiete wie das Recruiting oder die Personalentwicklung an eigene Mitarbeiter*innen vergeben oder gesamt von einem*r HR Manager*in betreut.

Maintenance Manager

Oft auch als Wartungs- bzw. Instandhaltungsmanager*in übersetzt. Diese Position finden man bei größeren Unternehmen genauso wie bei Hotels. Ihm oder ihr untersehen Hausmeister*innen, Zimmermädchen oder Roomboys sowie Reinigungskräfte.

Marketing Manager

Mit dem Marketing wird landläufig die Werbung assoziiert. Diese Position ist aber viel umfassender und umfasst mehr als Werbung. Ins Marketing fallen die Bereiche Produktpolitik, Absatzpolitik, Preispolitik und Kommunikation. Dementsprechend umfangreich und vielseitig ist die Aufgabe des Marketing Managers.

Creative Art Director

Er oder sie ist verantwortlich für den Entwurf und die Entwicklung einer Werbekampagne. Fähigkeiten aus Grafik, Design, Kommunikation und Marketing werden hier verknüpft und fließen in das Gesamtprojekt einer Werbekampagne ein.

Mitarbeiter*in im Accounting

Unter Accounting ist die klassische Buchhaltung zu verstehen. Bewirbst du dich als Accountant, wirst du als Buchhalter*in eingestellt.

Controller

Das Controlling ist wichtig für die betriebswirtschaftliche Planung der liquiden Mittel, das Berichtswesen wie Quartalsberichte und die Kostenrechnung. Aufgrund der Berichte und der Planung des Controllings werden betriebswirtschaftliche Entscheidungen getroffen. Als Controller*in musst du einen guten Umgang mit Zahlen mitbringen und wirtschaftlich denken.

Consultant

Unter Consultant versteht man (Unternehmens)berater. Dabei kannst du Inhouse, also intern beraten oder aber als klassische*r Unternehmensberater*in andere Unternehmen beraten. Als Basis für deine Bewerbung bringst du hier Berufserfahrung in der jeweiligen Branche mit und eine Vorliebe für Effizienz und Effektivität. Als Consultant musst du Zahlen und Menschen gleichermaßen im Auge haben und Lösungsstrategien für Herausforderungen aller Art entwickeln.

Team Assistant

Hierbei handelt es sich um eine*n Mitarbeiter*in zur Unterstützung eines Teams. Meist bietet sich bei dieser Position auch jungen Menschen eine Chance, ins Berufsleben einzusteigen. Mit einer kaufmännischen Ausbildung, Matura oder einer abgeschlossenen Lehre kannst du dich jederzeit als Team Assistant bewerben.

Supply Chain Manager

Ein Supply Chain Manager ist für die Optimierung und Überwachung der gesamten Lieferkette zuständig. Darunter fällt die Beschaffung von Rohstoffen, Halb- und Fertigerzeugnissen genauso wie die Produktionsüberwachung bis hin zu Lieferung an die Kunden. Wichtig bei dieser Position ist, dass genügend Produktionsmittel zur Verfügung stehen und das Unternehmen ohne Unterbrechung produzieren kann. Lieferantenauswahl und die Beziehungspflege erfordern Verhandlungsgeschick und einen guten Umgang mit Menschen.

Mit diesen Erklärungen verstehen sich manchen Jobbezeichnungen hoffentlich leichter. Für ausschreibende Unternehmen empfiehlt es sich, neben den internationalen Bezeichnungen auch deutsche Begriff als Jobtitel zu verwenden, sodass sich die Jobsuchenden von Anfang an vorstellen können, worum es sich handelt und welche Aufgaben auf sie zukommen.

UNSER FAZIT FÜR DICH

Englische Stellenbezeichnungen werden häufig von internationalen Konzernen zur einheitlichen Ausschreibung von Stelleninseraten verwendet. Dies führt bei Nicht-Muttersprachler*innen häufig zu Verständnisschwierigkeiten und erfordert die Recherche  schwieriger Begriffe. Junior und Senior beschreiben das Hierarchielevel in einer Position, während sich diverse Begriffe wie Supply Chain Manager, Consultant, Assossicate und Manager auf die Tätigkeit beziehen. Mit ein bisschen Übung und Gewöhnung an die Begriffe weiß man allerdings schnell, was gemeint ist. Das Anforderungsprofil und die Aufgabenbeschreibung im Stelleninserat geben weitere Hinweise darauf, ob die Stelle zu dir passt. Bei Unsicherheit hilft es auch, kurz telefonisch nachzufragen und die ersten Fragen vorab zu klären. 

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